8. Kostümsitzung der Knallgudsjen am 31 Januar. & 01. Februar 2020
  • Kostümsitzung Freitag:
    in 316 Tage, 21 Stunden, 0 Minuten
  • Kostümsitzung Samstag:
    in 317 Tage, 21 Stunden, 0 Minuten

Schaafheim-Mosbach (nda) – Ein kleiner Ort ist im Ausnahmezustand: Rund 150 Akteure stehen in der fünften Jahreszeit auf der närrischen Bühne der Mehrzweckhalle. Die Qualität der Kostümsitzung der Knallgudsjen Mosbach kann mit denen der umliegenden Fastnachtshochburgen durchaus mithalten, gleicht aber durch die Überlast von sehenswerten Tanzeinlagen aber eher einer Fastnachtsshow. Das „Narrendorf“ stemmte am Wochenende zwei sechseinhalbstündige Sitzungen. Bis auf zwei Neuzugänge rekrutierten sich die Akteure aus dem eigenen Ort.

Die Protokollerin Marianne Neukirch brachte das närrische Publikum mit Ortskollorit auf den neuesten Stand. Wie viele andere Redner am Abend weiß sie, dass Mosbach „der Schalk nicht mehr im Nacken sitzt, aber seit neustem „der Fuchs die Seelsorge“ übernommen hat.

Obwohl die bayerischen Nachbarorte in Mosbach immer wieder durch den sprichwörtlichen „Kakao“ gezogen werden, wagten sich erstmals ein „Wilschenimschter“ und der „Ploimer“ Männerchor Maschorlin in die hessische Narretei. Ein fulminantes Debüt lieferte Herbert Korn in der Bütt. Nach „50 Joahr Ministrantenabstinenz“ drehte er feinsinnig den Spieß um, ließ die hessischen Narren seine Reime beenden und zog mit liturgischem Gesang die Zuschauer auf seine Seite. Die Maschorlin-Sänger erzählten in „Es war einmal…“ das Märchen Schneewittchen und die sieben Zwerge mit humoristischer Gesangskunst einmal anders.

Nach einer Auszeit in der Bütt ging Gerlinde Gronau der Frage „Wie konnt ich nur glaawe, en Tanzkurs wär klasse“ nach. Als Heimkehrer erzählte Andreas Renk von Reisen in die ganze Welt und stellte am Ende immer wieder fest „Ich wollt, ich wär dahåm“.

Die hohe Männerquote auf der närrischen Bühne ist nicht zuletzt den zwei in Wettbewerb tretenden Stammtischgruppen geschuldet sein, die mit enormer Manpower Geschichten rund ums Ort mit Gesangs- und Tanzeinlagen humoristisch aufbereiten. Das harte Brot widmete sich als Blues Brothers der Geldbeschaffung für das wegen Geldmangels zum Verkauf stehenden KJG-Heims. Matthias Winterling, Andreas Jörg, David Dietrich und Christian Gollas meisterten mit Slapstick den Rednerpart, die restlichen Stammtischbrüder sorgten mit herrlichen Tanzeinlagen für Begeisterung. Die Jungs des Eisernen Willens parodierten die örtliche Freiwillige Feuerwehr, wobei gerade die „zufällige Ähnlichkeit“ mit wirklichen Personen immer wieder für Brüller sorgte. Die „Feuerwehrbrüder“ bewiesen mit „Sanna-Schnitte“ und „Ladykracher“, dass sie auch tanzen können. Mit Gesang und Rede traten die vier Wäschebrenkler in die „Weizenbierkönigin“ als Hessen und Bayern gegeneinander an. Sie bereiteten das Ortsgeschehen gesanglich auf, stellten nach dem Battle von „Quellkartoffel mit Dupp Dupp“ und „Haxe vom Forschler“ fest, dass Bayern und Hessen letztendlich im Bachgau und im Fasching vereint sind.

In der Fastnachtsshow sind die Mosbacher Tanzgruppen nicht wegzudenken. Seit mehreren Jahren begeistern Sunglasses at Night die Zuschauer mit Spezialeffekten. Unter übergroßen Minionfiguren steckend bewiesen die Herren Koordination und Kondition. Die Kindergarde tanzte nach drei Jahren in der Besetzung zum letzten Mal und erntete riesigen Applaus. Professionell präsentierte sich auch in diesem Jahr wieder die Garde. In neuen Kostümen tanzten sie zu Trommelrhythmen, die den Jungs und Mädels tänzerisch alles abverlangte. Zum zweiten Mal stand das Tanzmariechen Lara Koch auf der Bühne. Die Solotänzerin tanzte sich mit schwierigen Gardetanzelementen in die Herzen des Publikums. Die Maniacs entführten die Zuschauer ins Land der Drachen, während die Starlights mit männlicher Unterstützung tänzerisch „mit dem Feuer spielten“. Die Ladykracher präsentierten sich afrikanisch locker, rissen das müde Publikum am Ende noch einmal mit.

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